MwSt.-Klauseln und VATEX-Codes
Wird eine Rechnungszeile nicht mit dem Normalsatz oder dem Nullsatz besteuert - bei einer innergemeinschaftlichen Lieferung, bei Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers (Reverse Charge) oder bei einer Steuerbefreiung -, muss die E-Rechnung für ihre MwSt.-Kategorie einen Befreiungsgrund angeben: einen Text und einen Code aus der EU-Codeliste VATEX. Der Text ist die Beschreibung der MwSt.-Klausel in der MwSt.-Buchungsmatrix. Der Code einer MwSt.-Klausel in Business Central (zum Beispiel EU-19) ist ein frei vergebener Schlüssel und wird nie als Code des Befreiungsgrunds gesendet; stattdessen ergänzt die App jede MwSt.-Klausel um das Feld eInvoice-VATEX-Code.
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Felder und Aktionen auf der Seite MwSt.-Klauseln
- eInvoice-VATEX-Code - der VATEX-Code, den die E-Rechnung für diese Klausel sendet. Lassen Sie das Feld leer, um den erkannten Code zu verwenden.
- Erkannter eInvoice-VATEX-Code - der Code, den die App aus Code und Beschreibung der Klausel erkennt, zum Beispiel VATEX-EU-IC für „Steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung“. Er gilt, solange an der Klausel kein VATEX-Code hinterlegt ist. Ist er leer oder falsch, hinterlegen Sie den VATEX-Code an der Klausel.
- VATEX-Codes vorschlagen - listet die Klauseln ohne VATEX-Code mit ihrem erkannten Code auf und speichert die erkannten Codes an diesen Klauseln, nachdem Sie die Liste bestätigt haben. Klauseln, für die kein Code erkannt wurde, bleiben leer; hinterlegen Sie deren Code manuell.
Solange die App aktiviert ist, wird beim Anlegen oder Bearbeiten einer MwSt.-Klausel der erkannte Code eingetragen, wenn die Klausel noch keinen VATEX-Code hat. Ein an der Klausel hinterlegter VATEX-Code wird nie überschrieben - weder beim Bearbeiten der Klausel noch durch eine spätere App-Version mit geänderter Erkennung.
Die Liste bietet die EU-weiten VATEX-Codes an, die der KoSIT-Validator des Digivoice-Dienstes akzeptiert. Nationale Codes (VATEX-FR-..., VATEX-ES-...) und Codes, die erst kürzlich in die Codeliste aufgenommen wurden, etwa VATEX-EU-144, VATEX-EU-146-1E oder VATEX-EU-159, werden nicht angeboten, weil dieser Validator sie ablehnen würde.
Wie der Code erkannt wird
Ist der Code der Klausel selbst ein VATEX-Code - VATEX-EU-IC oder ohne Präfix EU-IC -, wird er unverändert übernommen. Andernfalls liest die App Code, Beschreibung und Beschreibung 2 der Klausel und erkennt die üblichen deutschen und englischen Formulierungen, gängige Abkürzungen, Verweise auf das UStG und die MwSt-Systemrichtlinie (zum Beispiel § 4 Nr. 1b, § 6a oder § 13b UStG, Art. 138, 146 oder 194 der MwSt-Systemrichtlinie) sowie die Schlüsselbegriffe auf Französisch, Italienisch, Niederländisch und Spanisch. Erkannt werden:
- innergemeinschaftliche Lieferung von Waren - VATEX-EU-IC;
- Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers (Reverse Charge) - VATEX-EU-AE;
- Ausfuhr aus der EU - VATEX-EU-G;
- nicht steuerbar - VATEX-EU-O;
- die Differenzbesteuerung für Reisebüros, Gebrauchtgegenstände, Kunstgegenstände sowie Sammlungsstücke und Antiquitäten - VATEX-EU-D, VATEX-EU-F, VATEX-EU-I und VATEX-EU-J.
Es zählen nur exakte Muster. Passt nichts oder passt die Formulierung auf mehr als einen Fall (zum Beispiel eine „innergemeinschaftliche Lieferung“, in der auch „Reverse Charge“ steht), wird kein Code erkannt. Prüfen Sie die erkannten Codes einmal und speichern Sie sie mit VATEX-Codes vorschlagen oder hinterlegen Sie sie manuell; ein gespeicherter Code hängt nicht mehr von der Erkennung ab.
MwSt.-Kategorie einer MwSt.-Buchungsmatrix
Die MwSt.-Kategorie einer Rechnungszeile ergibt sich aus ihrer MwSt.-Buchungsmatrix:
| MwSt.-Buchungsmatrix | MwSt.-Kategorie |
|---|---|
| MwSt.-Berechnungsart Erwerbsbesteuerung | K (innergemeinschaftliche Lieferung) oder AE (Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers) - siehe unten |
| MwSt.-Berechnungsart Verkaufssteuer mit MwSt. % 0 | E (steuerbefreit) |
| Normale MwSt. oder Volle MwSt. mit MwSt. % 0, als EU-Dienstleistung gekennzeichnet | K (innergemeinschaftliche Lieferung) |
| Normale MwSt. oder Volle MwSt. mit MwSt. % 0 | Z (Nullsatz) |
| Normale MwSt. oder Volle MwSt. mit einem MwSt. % über 0 | S (Normalsatz) |
Innergemeinschaftliche Lieferung oder Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers
Business Central bucht eine innergemeinschaftliche Lieferung von Waren und eine Leistung mit Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers gleichermaßen mit der MwSt.-Berechnungsart Erwerbsbesteuerung; nur die MwSt.-Klausel unterscheidet sie. Steht die Klausel der MwSt.-Buchungsmatrix für VATEX-EU-IC und ist die Buchungsmatrix nicht als EU-Dienstleistung gekennzeichnet, weist die E-Rechnung eine innergemeinschaftliche Lieferung aus (MwSt.-Kategorie K). In allen anderen Fällen weist sie Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers aus (MwSt.-Kategorie AE); Leistungen an Unternehmen in anderen EU-Ländern (EU-Dienstleistung) sind immer AE.
Welcher Code in die E-Rechnung geht
- Der VATEX-Code der Klausel, wenn er zur MwSt.-Kategorie der Zeile passt.
- Andernfalls der eigene Code der Kategorie: VATEX-EU-IC für K, VATEX-EU-AE für AE, VATEX-EU-G für G und VATEX-EU-O für O.
- Eine Steuerbefreiung (Kategorie E) hat keinen eigenen Code: Ohne passenden Code an der Klausel enthält die E-Rechnung nur den Text des Befreiungsgrunds.
- Zeilen mit Normalsatz (S) oder Nullsatz (Z) tragen keinen Befreiungsgrund; der VATEX-Code ihrer Klausel wird deshalb nicht gesendet.
Hat die MwSt.-Buchungsmatrix keine MwSt.-Klausel, verwendet die App einen allgemeinen Text des Befreiungsgrunds für die Kategorie, zum Beispiel Umgekehrte Steuerschuldnerschaft oder Innergemeinschaftliche Lieferung.
Validierung
Die Regel VAL-VAT-005 meldet als Warnung MwSt.-Klauseln, die nicht festlegen, was sie festlegen sollten. Die E-Rechnung bleibt gültig, sagt aber möglicherweise nicht das aus, was Sie beabsichtigen:
- eine Klausel an einer Buchungsmatrix mit Erwerbsbesteuerung (nicht als EU-Dienstleistung gekennzeichnet), die für keinen VATEX-Code steht - die E-Rechnung weist dann Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers aus;
- eine Klausel an einer Steuerbefreiung (Kategorie E), die für keinen VATEX-Code steht - die E-Rechnung enthält dann nur den Text des Befreiungsgrunds;
- eine Klausel, deren VATEX-Code nicht zur MwSt.-Kategorie ihrer MwSt.-Buchungsmatrix passt;
- eine innergemeinschaftliche Lieferung, deren Käufer (der MwSt.-Länder-/Regionscode des Belegs) oder deren Lieferland kein anderes EU-Land ist - prüfen Sie die MwSt.-Klausel und die MwSt.-Geschäftsbuchungsgruppe des Belegs.
Zwei Regeln melden fehlende Angaben einer innergemeinschaftlichen Lieferung als Fehler, weil KoSIT die E-Rechnung ablehnen würde:
- BR-IC-02 - die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Käufers fehlt: Tragen Sie die USt-IdNr. auf der Debitorenkarte ein (bei einer Einkaufsgutschrift auf der Kreditorenkarte).
- BR-IC-12 - Lieferland und Lieferdatum sind erforderlich: Vervollständigen Sie Ort, PLZ und Länder-/Regionscode der Lieferadresse auf dem Beleg.
Die Feststellungen erscheinen in der Live-Konformitätsprüfung (Infobox) und in den Validierungsergebnissen; eine Feststellung der Regel VAL-VAT-005 zu einer Klausel führt zu dieser MwSt.-Klausel.
Ab Business Central 28.4 ergänzt die PEPPOL-App von Microsoft die MwSt.-Klausel um ein eigenes Feld für den VATEX-Code. Der eInvoice Sender liest es nicht, damit die E-Rechnung nicht von einer anderen App abhängt - pflegen Sie immer den eInvoice-VATEX-Code.
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